Grundsteuer berechnen in NRW (Nordrhein-Westfalen)
Inhaltsverzeichnis:
- So funktioniert das Bundesmodell
- Formel zur Berechnung der Grundsteuer in NRW
- Beispielrechnung: Einfamilienhaus in Köln
- Vorteile und Nachteile des Bundesmodells in NRW
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Grundstücksgröße: 500 m²
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Bodenrichtwert: 1.300 €/m²
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Gebäudewert: 300.000 €
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Hebesatz: 540 %
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Grundstückswert: 500 m² × 1.300 €/m² = 650.000 €
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Gesamtwert (inkl. Gebäude): 650.000 € + 300.000 € = 950.000 €
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Grundsteuer: 950.000 € × 1,1 Promille × 540 % = 950.000 € × 0,0011 × 5,4 = 5.643 € pro Jahr
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So funktioniert das Bundesmodell
Seit der Einführung des Bundesmodells im Jahr 2020 hat sich die Berechnung der Grundsteuer in NRW verändert. Das Bundesmodell für die Grundsteuer wurde in NRW und anderen Bundesländern eingeführt, um die Berechnung dieser Steuer fairer und transparenter zu gestalten.
Nordrhein-Westfalen (NRW) setzt bei der Grundsteuerberechnung auf das Bundesmodell, das sowohl den Bodenwert als auch den Gebäudewert berücksichtigt. Diese Methode soll eine faire und transparente Besteuerung von Immobilien gewährleisten. Besonders in Großstädten wie Köln, Düsseldorf oder Essen führt das Modell jedoch zu einer höheren Steuerlast, während ländliche Regionen aufgrund niedrigerer Bodenrichtwerte weniger belastet werden.
Wie wird die Grundsteuer in NRW berechnet?
Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt nach folgender Formel:
Grundsteuer = Grundstückswert × Steuermesszahl × Hebesatz
1. Grundstückswert
Der Grundstückswert ergibt sich aus der Grundstücksgröße und dem Bodenrichtwert, der von Gutachterausschüssen festgelegt wird. Der Bodenrichtwert gibt an, wie viel ein Quadratmeter Boden in einer bestimmten Lage wert ist. Der Grundstückswert wird durch die Multiplikation des Bodenrichtwerts mit der Grundstücksfläche bestimmt.
2. Gebäudewert
Der Wert eines Gebäudes wird anhand von Alter, Zustand und Nutzung geschätzt. Dieser Wert wird zum Grundstückswert addiert, um die Gesamtbewertung der Immobilie zu berechnen.
3. Steuermesszahl
Für Wohn- und Geschäftsgrundstücke beträgt die Steuermesszahl in NRW 1,1 Promille des Gebäudewerts. Erbbaugrundstücke unterliegen einer reduzierten Steuermesszahl von 0,35 Promille.
4. Hebesatz
Der Hebesatz wird von jeder Kommune individuell festgelegt. Während der Hebesatz in Köln oder Düsseldorf bei 540 % liegt, kann er in ländlicheren Gebieten deutlich niedriger ausfallen.
Beispielrechnung: Einfamilienhaus in Köln
Eckdaten:
Berechnung:
Diese Berechnung zeigt, dass vor allem der Bodenrichtwert und der Gebäudewert einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Grundsteuer haben.
Vorteile und Nachteile des Bundesmodells in NRW
Vorteile
Ein wesentlicher Vorteil des Bundesmodells ist die transparente Berechnung. Da die Grundsteuer auf dem realen Marktwert von Grundstück und Gebäude basiert, ist die Steuerlast für Eigentümer klar nachvollziehbar. Zudem sorgt die Einbeziehung des Gebäudewerts für eine gerechtere Verteilung der Steuerlast zwischen Alt- und Neubauten.
Besonders kommunale Verwaltungen profitieren in Städten wie Köln, Düsseldorf oder Essen von höheren Bodenrichtwerten, da diese eine stärkere Steuerbasis schaffen und damit höhere Einnahmen ermöglichen.
Nachteile
Ein zentrales Problem ist die höhere Steuerlast in Großstädten. In stark nachgefragten Lagen wie Köln oder Düsseldorf führen hohe Bodenrichtwerte und hohe Gebäudewerte zu einer deutlich höheren Grundsteuerbelastung.
Auch Mieter könnten betroffen sein, da Vermieter die gestiegene Grundsteuer oft in die Nebenkosten umlegen, was die Wohnkosten in städtischen Gebieten weiter erhöht.
In ländlichen Regionen hingegen sorgt das Modell für geringere Steuereinnahmen, da niedrigere Bodenrichtwerte und geringere Steuermesszahlen zu einer kleineren Steuerbasis führen. Dies könnte langfristig Auswirkungen auf die Finanzierung kommunaler Infrastruktur haben.
Die Grundsteuererklärung für Grundstücke in Nordrhein-Westfalen muss elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Die Einreichung in Papierform ist grundsätzlich nicht möglich. Nur in besonderen Härtefällen und auf Antrag kann eine Ausnahme gemacht werden, indem die ausgefüllten Formulare per Post gesendet werden. Dieser Antrag kann beispielsweise von Steuerpflichtigen gestellt werden, die keinen Zugang zu einem PC mit Internetverbindung haben oder nicht über die erforderlichen Computerkenntnisse verfügen.
Die Grundsteuer in NRW wird nach dem Bundesmodell berechnet, das sowohl die Lage eines Grundstücks als auch den Wert der Bebauung einbezieht. Während dies für eine fairere Steuerverteilung sorgt, führt es gleichzeitig zu höheren Belastungen in Großstädten und niedrigeren Einnahmen in ländlichen Gebieten.
Wer seine Grundsteuer berechnen NRW möchte, sollte sich über den aktuellen Bodenrichtwert und den Gebäudewert informieren. Besonders in stark nachgefragten Stadtlagen ist es ratsam, die voraussichtliche Steuerhöhe frühzeitig in die Finanzplanung einzubeziehen.
Für detaillierte Informationen empfiehlt es sich, die offizielle Webseite der Landesbehörden NRWs zu besuchen oder eine Beratung bei der Finanzverwaltung in Anspruch zu nehmen.