Grundsteuer berechnen in Berlin
Inhaltsverzeichnis:
- So funktioniert das Bundesmodell
- Wie wird die Grundsteuer in Berlin berechnet?
- Beispielrechnung: Einfamilienhaus in Berlin
- Vor- und Nachteile des Bundesmodells in Berlin
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Der Grundstückswert setzt sich aus der Grundstücksgröße und dem Bodenrichtwert zusammen.
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Der Bodenrichtwert gibt an, wie viel ein Quadratmeter Boden in einer bestimmten Lage wert ist. Diese Werte werden von den Gutachterausschüssen der Kommunen regelmäßig ermittelt.
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Der Grundstückswert ergibt sich also aus der Multiplikation der Grundstücksfläche mit dem jeweiligen Bodenrichtwert.
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Der Gebäudewert wird als Minderwert-Aufschlag auf den Grundstückswert gerechnet, um den Gesamtwert des Grundstücks inklusive Bebauung zu bestimmen.
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Dabei wird der Bauzustand des Gebäudes berücksichtigt: Neubauten haben einen höheren Wert als ältere Gebäude.
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Für Wohn- und Geschäftsgrundstücke in Berlin gilt eine Steuermesszahl von 1,1 Promille des Gesamtwerts.
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Erbbaugrundstücke haben eine reduzierte Steuermesszahl von 0,35 Promille.
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Der Hebesatz wird von der jeweiligen Kommune individuell festgelegt.
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In Berlin liegt der Hebesatz derzeit bei 810 %.
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Grundstücksgröße: 500 m²
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Bodenrichtwert: 1.000 €/m²
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Gebäudewert: 150.000 €
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Hebesatz: 810 %
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Grundstückswert = 500 m² × 1.000 €/m² = 500.000 €
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Gesamtwert (inkl. Gebäude) = 500.000 € + 150.000 € = 650.000 €
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Grundsteuer = 650.000 € × 1,1 Promille × 810 % = 650.000 € × 0,0011 × 8,1 = 5.811 € pro Jahr
- Lageabhängige Besteuerung – Die Bodenwertkomponente stellt sicher, dass Grundstücke in gefragten Stadtteilen wie Mitte, Prenzlauer Berg oder Charlottenburg höher besteuert werden als solche in Randbezirken.
- Realistische Wertabbildung – Neubauten mit höherem Marktwert werden stärker besteuert, was zu einer gerechteren Verteilung der Steuerlast führt.
- Höhere kommunale Einnahmen – Städte mit attraktiven Lagen, wie Berlin, profitieren von der steigenden Steuerlast, wodurch Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Projekte finanziert werden können.
- Hohe Unterschiede in der Steuerbelastung – Eigentümer in begehrten Lagen wie Prenzlauer Berg oder Charlottenburg zahlen deutlich mehr als in günstigeren Stadtteilen wie Marzahn oder Lichtenberg.
- Ungleiche Bewertung von Alt- und Neubauten – Obwohl Neubauten einen höheren Marktwert haben, werden sie ähnlich wie ältere Gebäude besteuert.
- Mieter indirekt betroffen – Vermieter können die gestiegene Grundsteuer anteilig auf die Miete umlegen, was zu höheren Wohnkosten führen kann.
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So funktioniert das Bundesmodell
Berlin hat sich für das Bundesmodell entschieden, das auf einer wertabhängigen Berechnung der Grundsteuer basiert. Dabei spielen sowohl der Bodenrichtwert als auch der Gebäudewert eine zentrale Rolle. Diese Berechnungsgrundlage sorgt dafür, dass Immobilien in attraktiveren Lagen mit höheren Bodenpreisen stärker besteuert werden als solche in weniger gefragten Gegenden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern wie beispielweise Rheinland-Pfalz verschickt Berlin keine Informationsbriefe. Das bedeutet, dass alle erforderlichen Informationen für die Grundsteuererklärung selbst beschafft werden müssen.
Wie wird die Grundsteuer in Berlin berechnet?
Die Berechnungsformel im Bundesmodell lautet:
Grundsteuer = Grundstückswert × Steuermesszahl × Hebesatz
Grundstückswert
Gebäudewert
Steuermesszahl
Hebesatz
Beispielrechnung: Einfamilienhaus in Berlin
Eckdaten:
Berechnung:
Dieses Beispiel zeigt, dass der Bodenrichtwert und die Gebäudebewertung eine maßgebliche Rolle bei der Berechnung der Grundsteuer in Berlin spielen.
Vor- und Nachteile des Bundesmodells in Berlin
Vorteile:
Nachteile:
Die Grundsteuererklärung für Grundstücke in Berlin muss elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Die Einreichung in Papierform ist grundsätzlich nicht möglich. Nur in besonderen Härtefällen und auf Antrag kann eine Ausnahme gemacht werden, indem die ausgefüllten Formulare per Post gesendet werden. Dieser Antrag kann beispielsweise von Steuerpflichtigen gestellt werden, die keinen Zugang zu einem PC mit Internetverbindung haben oder nicht über die erforderlichen Computerkenntnisse verfügen.
Fazit: Was bedeutet das Bundesmodell für die Grundsteuer in Berlin?
Die Entscheidung Berlins für das Bundesmodell bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Während die wertabhängige Berechnung für eine realitätsnahe Besteuerung sorgt, führt sie gleichzeitig zu einer höheren Steuerlast in begehrten Wohnlagen. Besonders Eigentümer in gefragten Bezirken müssen mit einer höheren Grundsteuer rechnen. Gleichzeitig profitieren die Kommunen von steigenden Einnahmen, die in die städtische Infrastruktur investiert werden können.
Für detaillierte Informationen und individuelle Berechnungen empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Seite der Berliner Steuerverwaltung.