Grundsteuer berechnen in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis:
- So funktioniert das modifizierte Bodenwertmodell in Baden-Württemberg
- Benötigte Angaben zur Berechnung der Grundsteuer in Baden-Württemberg
- Formel zur Berechnung der Grundsteuer in Baden-Württemberg
- Beispielrechnung für ein Grundstück in Stuttgart
- Gibt den Wert pro Quadratmeter des Bodens an
- Wird von den Gutachterausschüssen der Kommunen festgelegt
- Unterscheidet sich je nach Lage (städtische Gebiete haben meist höhere Werte als ländliche)
- Tatsächliche Größe des Grundstücks in Quadratmetern
- Wird vom Finanzamt vorgegeben
- In Baden-Württemberg: 1,3 Promille für Wohn- und Geschäftsgrundstücke
- Wird individuell von jeder Kommune festgelegt
- Beispiel: Stuttgart plant einen Hebesatz von 520 %
- Einfache Berechnung im Vergleich zum Bundesmodell
- Keine Unterscheidung zwischen Alt- und Neubauten
- Kein Einfluss durch den Gebäudewert (keine höhere Steuer für Neubauten)
- Höhere Steuerbelastung in teuren Wohngegenden, da nur der Bodenwert zählt
- Kein Unterschied zwischen bebauten und unbebauten Grundstücken (kann Spekulanten begünstigen)
- Eigentümer großer Grundstücke zahlen mehr, auch wenn sie kleinere Häuser darauf haben
So funktioniert das modifizierte Bodenwertmodell
Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, das das modifizierte Bodenwertmodell eingeführt hat. Dabei dient ausschließlich der Bodenwert als Berechnungsgrundlage – die Gebäude oder deren Nutzung spielen keine Rolle.
Zwischen Mai und Juni 2022 wurden in Baden-Württemberg die Eigentümer von Grundstücken von den Finanzbehörden angeschrieben und erhielten einen Informationsbrief, der wichtige geobasierte Angeben enthält, weitere wichtige Daten zur Grundsteuererklärung sind seit Juli 2022 auf der Website des baden-württembergischen Finanzamts einsehbar.
Benötigte Angaben zur Berechnung der Grundsteuer in Baden-Württemberg
Um die Grundsteuer in Baden-Württemberg korrekt zu berechnen, sind verschiedene Angaben erforderlich. Diese Faktoren bestimmen die Steuerlast eines Grundstücks und setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
1. BodenrichtwertFormel zur Berechnung der Grundsteuer in Baden-Württemberg
Die Berechnung der Grundsteuer in Baden-Württemberg basiert auf einer einfachen Formel, die mehrere Faktoren berücksichtigt. Zunächst spielt der Bodenrichtwert eine entscheidende Rolle – dieser gibt an, welchen Wert der Boden pro Quadratmeter in einer bestimmten Lage hat. Multipliziert mit der Grundstücksfläche ergibt sich der Gesamtwert des Grundstücks. Um die tatsächliche Steuerlast zu bestimmen, wird dieser Wert mit der Steuermesszahl, einem vom Gesetzgeber festgelegten Faktor, und dem Hebesatz, den die jeweilige Gemeinde individuell festlegt, multipliziert. Dadurch kann die Grundsteuer für jedes Grundstück differenziert und standortspezifisch berechnet werden.
Die Formel lautet also: Grundsteuer = Bodenrichtwert × Grundstücksfläche × Steuermesszahl × Hebesatz
Beispielrechnung für ein Grundstück in Stuttgart
Grundstücksgröße: 500 m²
Bodenrichtwert: 800 €/m²
Hebesatz: 520 %
Berechnung: 800 × 500 × 1,3‰ × 520 % = 2.704 € pro Jahr
Vorteile des Modells
Nachteile des Modells
Die Grundsteuererklärung für Grundstücke in Baden-Württemberg muss elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Die Einreichung in Papierform ist grundsätzlich nicht möglich. Nur in besonderen Härtefällen und auf Antrag kann eine Ausnahme gemacht werden, indem die ausgefüllten Formulare per Post gesendet werden. Dieser Antrag kann beispielsweise von Steuerpflichtigen gestellt werden, die keinen Zugang zu einem PC mit Internetverbindung haben oder nicht über die erforderlichen Computerkenntnisse verfügen.
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